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Necknamen

In den Zeiten, als man noch dörfliche Gemeinschaften kannte, blieb es nicht aus, dass man Leute aus anderen Ortschaften ein bisschen necken wollte. Das war besonders im Wirtshaus eine beliebte Beschäftigung. Trieb man es zu bunt, musste man riskieren, eine handfeste Abreibung zu bekommen. Manchmal wurden Rauferein nur durch das Zurufen von Spitznamen geradezu provoziert. Reime und Schnaderhüpferl wurden auch gerne von den Kirchweihbuben bei der Kirchweih oder beim Tanz um den Kirchweihbaum gesungen.

Zuweilen bezogen sich die Spitznamen auf Begebenheiten in einer bestimmten Ortschaft, oft waren auch landwirtschaftliche Bedingungen wie Bodenbeschaffenheit, bestimmte Produkte oder eben nur eine Besonderheit der Grund für den „Spitznamen“.

Dabei darf man nicht vergessen, dass das echte Fränkisch auch ziemlich derb sein kann. Selten einmal diente diese Derbheit aber dazu, jemanden zu beleidigen. Auch das Verrichten eines durchaus menschlichen Bedürfnisses hinsichtlich einer gewissen Erleichterung musste oft für die Bildung eines Spitznamens herhalten.

So hat diese Aufzeichnung nur den Charakter der Bewahrung von ehemals Bekanntem, sie soll in keiner Weise irgend jemanden treffen oder gar beleidigen!







Lesehinweis:
Die Buchstabenverbindung „ei“ wird in Franken auf verschiedene Weise gesprochen.

Einmal so, wie bei einem Hühnerei. Dann ist das „ei“ normal geschrieben: dei Hemmad hengt raus – dein Hemd hängt heraus.

Ist hinter dem „e“ ein Bindestrich eingefügt (e-i), muss man sowohl das „e“, wie das „i“ zwar zusammen und dennoch einzelnbetont sprechen: Etz kummt de-i scho widdâ! – Jetz komm die (eine Frau) schon wieder. Etwa so wie wenn man das englische „Hey“ spricht.
Die Endung –er wird oft als dunkler „a“-Laut gesprochen:
dâ Vaddâ - der Vater
Dieser Laut wird als a mit einem Dächlein darauf â dargestellt.






Ortsname  PLZ  Neckname  Erklärung 
Alerheim  86733  Schollaglopfr  Schollenklopfermussten die Schollen auf lehmigem boden zerstören 
Allersberg  90584  Droudze-ichâ  DrahtzieherAllersberg ist neben Freystadt die Wiege der deutschen Drahtzieherzunft. Der erste wirtschaftliche Aufschwung des Marktes ist den Drahtziehern zu verdanken. 
Altenfelden  90584  Sandhoosn  (b. Allersberg)SandhasenDer Boden um den Ort ist sehr sandig. 
Altenmuhr  91735  SchnougngSchnougnfessâ  SchnakenSchnakenfresserfeuchte Wiesen, begünstigten die Entwicklung der StechmückenSiehe Sprüche ! 
Ansbach  91522  Wolfshängâ  Wolfshenker1685 trieb ein Wolf angeblich sein Ungemach in den Wäldern um Ansbach. Schließlich ging er seien Jägern in die Falle, als er einen mit Reisig überdeckten Brunnen überqueren wollte. Da Tier stürzte in die tiefe und die wartenden Häscher steinigten den "bösen" Wolf. Der Markgraf aber verlangte, dass der Wolf nach Onoldsbach gebracht werde, damit alle sähen, dass die Bestie wirklich tot sei. Man schlug ihm die Schnauze ab und setzte ihm eine Maske mit menschlichen Zügen auf. auch Perücke und Bart wurden angebracht, sogar menschliche Kleidung zog man ihm an. Anschließend henkte man ihn am Schnellgalgen. Man vermutete gar, der kürzlich verstorbene, von allen verhasste Bürgermeister Leicht, kehre zum Wehrwolf mutiert in dieser Gestalt wieder. Damit nicht zu viel Unsinn ins Kraut schieße, hatte der Markgraf befohlen, den gesteinigten Wolf öffentlich aufzuhängen. Seitdem nennt man die Ansbacher Wolfshenker. 
Appetshofen  86753  Häwetr  HeuwetterSiehe Sprüche !Häweter flieag Appetshofa zua!.. flieg nach AppetshofenDie Appetshofener schickten dereinst, als warmes Wetter für die Heuernte ausblieb, einen der ihren zum Apotheker nach Neresheim, damit er dort Heuwetter hole. Der Apotheker packte seinem Kunden eine Hummel in ein Schächtelchen mit der Maßgabe, dass er es erst zu Hause öffnen dürfe. Nicht weit vom Dorf übermannte ihn aber die Neugier, weil es in dem Schächtelchen gar so brummte. Er öffnete es und das "Heuwetter" flog über die Fichtenspitzen davon. Er konnte nur noch hinterherrufen: "Häweter fliag Appetshofa zua" (Heuwetter flieg nach Appetshofen). Es ist nicht ratsam einem Einheimischen zuzurufen: "Fliag Appetshofa zua! 
Auernheim  91757  Wasserdoalâ  WasserteilerIn diesem hoch auf dem Hahnenkamm gelegenen Ort (der höchste Ort Mittelfrankens) gab es nur einen Brunnen, der auch bei größter Hitze Wasser führte. Dieses musste geteilt werden. 
Auhausen  86736  Schilfbrunzâ  In das Schilf UriniererWenn man ein menschliches Bedürfnis hatte, rannte man eben mal in das Schilf an der Wörnitz. 
Baierfeld  86675  Schegga  SchneckenIm Gegensatz zu den Buchdorfern galten die Baierfelder als Schnecken, wenn sie etwas arbeiten sollten. 
Baldingen  86720  Lämmleshenkâ  Lämmerhenker 
Baldingen (Ortsteil von Nördlingen)   85598  Gensfressr  Gänsefresser Ons Baldinger, ons Närlinger, ons fressa gäre Gens. Ons rupfeds ned, ons zupfeds ned, ons fressas mid de Schweenz. Wir Baldinger, wir Nördlinger, wir essen gerne Gänse, wir rupfen sie nicht, wir zupfen sie nicht, wir essen sie mit den Schwänzen. 
Bamberg  96049  Zwiefltretâ  Zwiebeltreter Gemüseanbau vor dem Reifen müssen die Kräuter der Zwiebel umgetreten werden 
Baunach  96148  GloggenbindâSchneggenköpf  GlockenbinderSchneckenköpfe 
Beilngries  92339  Zwiifldreedâ  ZwiebeltreterAls im Laufe der Geschichte die Stadtbefestigung ihre Bedeutung verloren hatte, der Stadtgraben immer mehr versumpft und schließlich ausgetrocknet war, wuchs vor den Mauern der Stadt sehr viel Schilf. Die Ratsherrn freuten sich darüber; denn sie hielten die hohen Gewächse für Zwiebelschloten. Eilends riefen sie die Bürger auf, vor die Tore zu kommen, um die "Zwiebeln" umzutreten. Bald wimmelte der Graben von fleißigen Bürgern und Bürgerinnen, die mit Hingabe alles Grüne umlegten und platt traten. Die des Weges kommenden Fremden sahen mit Vergnügen dem Treiben zu und lachten herzlich über die Torheit der Beilngrieser Bürger, weil sie nicht Schilf von Zwiebeln unterscheiden konnten.Rasch verbreitete sich die Kunde von diesem Streich und man nannte fortan die Beilngrieser zum Spott "Beilngrieser Zwiebeltreter". 
Berching  92334  Hechtn  HechteVor vielen Jahren führte die Sulz wieder einmal Hochwasser. Das ganze Tal von Berching bis Plankstetten glich einem großen See. Die Fische hatten daran ihre helle Freude, war doch ihr Bereich bedeutend erweitert worden. Aber so schnell die Fluten gekommen waren, so rasch kehrten sie wieder in ihr altes Bett zurück. Ein neugieriger Hecht aber hatte den Anschluss verpasst und blieb hilflos auf der Wiese liegen. Dort fand ihn ein Berchinger Bürger, der ein so wundersames Tier in seinem Leben noch nicht gesehen hatte. Er brachte deswegen seinen Fund auf das Rathaus, auf dass die Stadtväter dieses seltsame Ding erkennen sollten. Es wurde lange beraten und verhandelt und am Schluss einigte man sich, dass es ein Vogel sei. Alle Bewohner sollten diese Neuigkeit sehen. Ein Vogelkäfig wurde herbeigeschafft, der Fisch darin eingesperrt und öffentlich zu jedermanns Bewunderung ausgestellt. Viel Volk versammelte sich auf dem Rathausplatz und man beobachtete gespannt das weitere Tun des eigentümlichen Vogels. Als dieser seinen Rachen weit aufriss, um seine geplagte Fischseele auszuhauchen, hörte man viele Stimmen, welche die Nachbarn mahnten: "Seid's stad, jetzt wird er glei" singa!" Lange Zeit lebten die Berchinger sehr zurückgezogen; denn überall wo sich einer von ihnen sehen ließ, steckten die Leute die Köpfe zusammen und höhnten: "Seht, ein Berchinger Hecht!"Quelle: Stadt Berching 
Bergen  91790  Sandhoosn  Sandhasensandiger Ackerboden 
Berolzheim  91438  Grabfafressâ  KrapfenfresserEin Wanderbursche bekam bei der Kirchweih überall Krapfen (Blechkuchen) und wurde dem schnell über. Er warf den Kuchen mit der Bemerkung weg: "Des solln di Grabfafressâ selbâ fressn" [Das sonnen die Krapfenfresser selber fressn] 
Beyerberg  91725  Druda  Druden = HexenDer Hesselberg galt von alters her als Treffpunkt der Hexen in der Walpurgisnacht vergleichbar mit dem Brocken im Harz 
Bieswang  91788  Gänsbaich  GänsebäucheMan hielt viele Gänse.siehe Sprüche! 
Birkach  91154  Huzzl  Hutzel => gedörrte Zwetschgen 
Birkenfeld  91413  Mäuler  Münder 
Birkhausen  86757  Fuchsen  Füchse 
Blossenau  86704  Maikääfr  Maikäfersiehe Flotzheim ! 
Bollstadt  86735  Erbesbüschel  Erbsenbüschel (?) 
Bollstadt  86735  Gipfelgiaßâ  Gipfelgießer 
Bopfingen    Rankarutschâ  Rankenrutscher Bopfingen liegt am Berg, an dessen Flanken man zum Vergnügen hinunterrutschte 
Bopfingen  73441  Gelbfiaßr  Gelbfüßler 
Bopfingen  73441  Schwanzglobfr  Schwanzklopfer 
Bopfingen  73441  Kadsaschloochâ  KatzenschlägerDie Bopfinger sollen Katzen gefangen haben um sie aufzuessen. 
Brand  91729  Hulzknipf  Holzstöcke (Holzknöpfe) Hinweis auf Wald in der Gemeindeflur 
Breitenbrunn  92363  Schdeanschdecha  Sternstecher 
Brombach  91729  Hulzkatzn  Holzkatzen - siehe Brand 
Bruck (Ortsteil von Erlangen)   91058  Gaaßhengâ  Geiß- oder ZiegenhenkerAls einmal das Futter für das Vieh knapp geworden war, zogen die Brucker ihre Gemeindegeiß mit einem Seil auf das Kirchturmdach, damit sie dort das Gras aus der Dachrinne fressen könne. Weil sie dabei die Zunge herausstreckte, weil das Seil sie strangulierte, meinten die Brucker, sie lechze nach dem schmackhaften Gras.Die sehr alte Faschingsgesellschaft von Bruck nennt sich dieser Geschichte folgend noch heute "Gaaßhenker". 
Brunn  71725  Hirschkäfr  Hirschkäfer 
Brunn  71725  Miischdkäfr  Mistkäfer 
Brunnau  90584  Sandhoosn  SandhasenDer Boden um den Ort ist sehr sandig. 
Buchdorf  86675  Aameißrauch: Uumeißr  AmeisenDie Buchdorfer seien emsig wie ameisen gewesen. 
Bubenheim  91757  Schdicklschlochâ  Schdickl Holzpfahl - schlong schlagen vielleicht wie Dittenheim 
Bühl  86733  Groosscheißâ  Grasscheißer 
Burgellen    Boochschdelzn  Bachstelzen 
Burggrub  91332  Schmozbrennâ  Schmalzbrenner 
Burgpreppach  97469  Kullbrennâ  KohlenbrennerHolzkohlenmacher 
Burgsalach  91790  Hulzschliegl  Holzschlägel - großer Waldbesitz 
Burkhardtsroth      Röhner Läushammel 
Büttelbronn  91799  Sookhupfâ  Sackhüpfer 
Coburg  96450  Mohrenköpf  Mohrenköpfe 
Daiting  86653  Holzschleechl  Holzschlägelwaldreiche Gegend, man schlug viel Holz 
Dambach  91725  Boanâ  Knochen - Dort hat man die Knochen besonders sauber abgenagt, weil man so wenig zu essen hatte. 
Degersheim  91719  Kuramais  Kornmäuse - Boden ließ Kornanbau (Weizen) zu 
Deiningen  86738  Kuhschwänz  Kuhschwänze 
Diech - Scheßlitz  98110  Dabbm  HausschuheMan hat dort aus Fahrradreifen (als Sohle) und Stoff Hausschuhe gemacht. 
Dietfurt  91757  Schlotenscheißâ  siehe Treuchtlingen 
Dietfurt im Altmühltal  92345  Chinesen  Der Bischof von Eichstätt sagte einst zu seinem Kämmerer, dass die Dietfurter, zu wenig Lehen und Abgaben leisten und er solle dort einmal nach dem Rechten sehen.Die Dietfurter, von der Mission des Kämmerers unterrichtet, verschlossen ihre Stadttore und gewährten ihm keinen Einlass. Verärgert berichtete er seinem Bischof, dass die Dietfurter ihm wie die "Chinesen" vorkommen. Sie verschanzen sich hinter ihrer Mauer und nehmen keine Notiz von einem bischöflichen Kämmerer.Wie lange es her ist, dass man die Dietfurter "Chinesen" nennt, weiß niemand genau. In Urkunden der Stadt ist dieses Wort nie erwähnt worden. Einen Nachweis aber bietet der "Kalender für katholische Christen auf das Schaltjahr 1860" und ein wissenschaftlicher Artikel des Eichstätter Pastoralblattes von 1869, in denen das Dietfurter Gebiet als "Chinesenviertel" genannt ist.Diese gültige Schrift setzt einen großen Bekanntheitsgrad des Spitznamens voraus, der wiederum auf ein (schon damals) sehr hohes Alter schließen lässt.Quelle: Stadt Dietfurt 
Dinkelsbühl  91550  Blausiadr  Blausieder In Dinkelsbühl gibt es seit je her sehr gute Fischgerichte, etwa Karpfen blau. Jedes Jahr im Herbst werden noch heute delikate Fischgerichte in den Wirtshäusern angeboten. 
Dittenheim  91723  Schrollenbumpsâ  Schrollen Schollen, bumpsen hier: zerschlagen Der Lehmboden der Felder von Ortschaften, die auf dem schwarzen Jura (Lias) liegen, wird bei Trockenheit sehr hart. Wollte man die Felder bestellen, mussten die hart gewordenen Schollen mit Stöcken oder Hacken zerschlagen werden, eine sehr mühevolle, harte Arbeit. 
Döckingen  91805  Kazzâkodâ  Kater 
Dollnstein  91795  Fahnaflickâ  FahnenflickerDie Dollnsteiner hatten dereinst eine in die Jahre gekommene Fahne, die schon recht zerschlissen war. Daher beschloss man, eine neue zu kaufen. Anstatt sie in ihrer neuen Pracht zu verwenden, zerschnitten sie dieselbe und flickten damit die alte. 
Donauwörth  86609  Maijakeefâ  MaikäferEs geht di Mär, dass ein Schelm in Donauwörth seine Zeche mit einer Schachtel, in der es kräftig rumorte, bezahlte. Er behauptete, dass etwas ganz Besonderes darin wäre, man dürfe die Schachtel aber erst öffnen, wenn der Geselle nicht mehr zu sehen wäre. Als man später das Behältnis voller Spannung öffnete, surrten nur Maikäfer in den Abendhimmel. 
Dörflein  91617  Gaasböck  Ziegenböcke 
Dornhausen  91741  Schienazeichâ   Schienenzieherman musste Dienste beim Bau der Bahnstrecke Pleinfeld Gunzenhausen leisten 
Dornstadt   86736  Hulzkadsn  HolzkatzenWaldbestand 
Dörrnwasserlos  96110    siehe Sprüche 
Dürren-zimmern   86720  Miischdgablr  Mistgabler 
Ebenried  90584  Daibolln  Teigbollen (Teig ist hier Lehm)Der Boden um Ebenried ist sehr lehmig 
Ebermergen   86655  Wassâmais  Wassermäuse 
Edersfeld   91710  Hulzgickâ  Holzhauer -siehe Brand 
Ehingen   86741  Raffâ  Rauferdie Bewohner von Ehingen galten als sehr rauflustig, siehe auch SprücheAus Ehingen wird erzählt, dass junge Burschen dort Jagdpacht bezahlen mussten.Wollte nämlich ein Bursch von auswärts in den Ehinger Jagdgründen ein Mädchen besuchen, so verlangten die einheimischen jungen Männer eine sogenannte Jagdpacht. Es soll vorgekommen sein, dass man etwa am Auto des Auswärtigen die Räder abmontierte um so dem Verlangen nach dem Pachtzins Nachdruck zu verleihen. Dieser musste dann nicht unter 20 Liter Bier oder etwa 30 € "Trink"-geld entrichtet werden. Dies geschah auch einmal einem jungen Mann, der ein Mädchen nur nach Hause gefahren hatte, weil sie sonst keine Fahrgelegenheit hatte. 
Ehingen  86741  Nebelsturâ   Nebelstocherer nördlich des Hesselbergs war es oft sehr nebelig 
Ehringen   86757  Affa  Affen 
Eichstätt   85072  Sausoogschleifâ  Sausackschleifer Ein Sausack ist ein Presssack oder Schwartenmagen.Von den Eichstättern erzählt man sich folgende Geschichte:Einstens liebten sie ihren Bischof sehr. Weil sie ihn eh mit ihren Steuern verköstigen mussten kamen sie auf die Idee, ihm einen Sausack zu schenken. Um ihre Verehrung für den hohen Herrn auszudrücken, machten sie ihm einen so großen Sausack, dass sie ihn nicht mehr tragen konnten. Sie mussten ihn wohl oder übel übers Pflaster schleifen.Oder:Sie mochten ihren Bischof gar nicht. Deshalb übergaben sie ihm einen alten, vertrockneten Sausack. Von diesem musste man die Schwarte gar mit der Schleifscheibe entfernen.  
Eismannsdorf  90584  Goaßnöidâ  ZiegennötigerIn E. wollte ein Ziegenhalter Nachwuchs von seiner Geiß haben. Sein Bock machte aber keinerlei Anstalten, seiner Aufgabe nachzukommen. Deshalb "nötigte" sein Halter das Tier, seine Pflichten zu vollziehen. 
Ellingen  91792  Schlotenscheißâ  siehe Treuchtlingen hier die Wiesen an der Rezatsiehe Sprüche!  
Ellingen  91792  Schlossherrn  Anspielung auf das Schloss des Deutschen Orden. 
Engelhardsberg  91346  Hadelbauern   
Enkering  85125  Galgngdenglâ  Galgendenglersie dengelten am Galgen ihre Sensen 
Enkingen  86753  Hungaleidâ  Hungerleider 
Eppersdorf    Sandhoosn  Sandhasen sandiger Boden 
Erl  85229  Boochschdelzn  Bachstelzen am Bach gelegen 
Ettenstatt  91796  Boochbrunzâ  Bachurinierer 
Etting  86641  Gänskräng  Gänsekragen 
Fessenheim  86759  Dunnerschdoochs-he-id  Donnerstagshüte  
Flotzheim  86653  Moiakääfr  MaikäferEinmal sammelten die Flotzheimer in der Frühe bei niedrigen Temperaturen viele Maikäfer, weil diese Schädlinge zu dieser Tageszeit noch recht träge sind. Um sie zu vernichten warf man sie in ein Feuer. Durch die Wärme wurden die Tierchen aber wieder sehr lebendig und beweglich und schwirrten den Flotzheimern davon. Die ganze Arbeit war umsonst.  
Forchheim  91301  Mauâscheißâ  Mauerscheißer als Städter hat man sein Geschäft an der Mauer verrichtet 
Frauendorf  96231  Schleachascheißâ  Schlehenscheißer 
Frickenfelden    Schdobfâ  Stopfer 
Frickenfelden  91710  Schbooznbroudâ  Spatzenbrater ärmliche Gegend, man briet sogar "Spatzen" 
Fünfstetten    Schneabrennr  SchneebrennerDen Fünfstettern gefror einmal die Wasserleitung im Boden ein. damit das Wasser wieder fließen konnte, entfachte man über dem Leitungsverlauf ein Feuer. Ein neugieriger Wandergeselle wollte wissen, was man da tue. Er bekam zur Antwort: "Wir verbrennen gerade den Schnee."  
Fürnheim  91717  Holzkatza  HolzkatzenDie Fürnheimer mussten für den Fürsten von Öttingen das Brennholz in seinen Wäldern zusammentragen. 
Furth im Wald  93437    Drachentöter siehe Drachenstich in Furth im Wald (Internet) 
Gänswirtshaus(bei Weißenburg)  91781  Boochbumbâ  Sumpfdotterblumenfeuchte Gegend 
Gasseldorf  91320  Haberochsn  Haferochsen 
Gemeinfeld  97496  Graudscheißâ  Krautscheißer 
Gelbelsee  85095  kalds Hirn  kaltes Hirn auf dem Jura gelegen 
       
Gemünden am Main  97737  Goschnhoblâ  solche, die einem anderen über den Mund fahrenGoschn Mund, Hobler eigentlich Hobler, hier: darüber fahren oder Leute, die gerne jemandem auf die "Goschn" schlagen 
Gerolfing  85049  Moierkäfr  MaikäferIn Gerolfing hatte einmal ein Handwerksbursch eine ordentliche Zeche gemacht. Als es ans Bezahlen ging, übergab er der Wirtin eine Schachtel mit "wertvollen Uhren". Damit sie ihm glaubte, ließ er sie sogar an der Schachtel horchen, damit sie die "Uhren" ticken hören konnte. Natürlich ward der Handwerksbursch nie mehr gesehen, und die Wirtin musste bei Nachschau in der Schachtel, die sie als Pfand erhalten hatte, tote Maikäfer entdecken. 
Gersdorf  91790  Schdosserli  DummerleLeute aus größeren Orten hielten die Bauern auf den Dörfern oft für ein wenig beschränkt und einfältig. Ein "Schdosserla" ist die Bezeichnung für einen etwas unbeholfenen Menschen 
Gnotzheim  91728  Wassâmännâ  Wassermänner 
Gietlhausen  86633  Gribbsluuch  Loch in dem Leute wohnen, die Stehlen (gribbsen stehlen) 
       
Göggelsbuch  90584  Roumbladdn  RübenplatteDer Boden in der Gegend um Göggelsbuch ist sehr lehmhaltig und deshalb gut für den Rübenanbau 
Gösseldorf  91344  Luxn  Luchse 
Gräfensteinberg  91729  Henggâ  Henker vielleicht stand dort weithin sichtbar ein Galgen 
Greding    Duaroschneidâ  Torabschneider Die Gredinger werden seit dem Mittelalter die Torabschneider genannt.Das kommt daher, dass im Winter das Eichstätter Tor oft zugefroren war. Somit war es nicht möglich, in die Stadt oder hinaus zu kommen. Nach langem Überlegen kamen die Räte der Stadt auf die glorreiche Idee, das Tor abzuschneiden. 
Greiselbach  91634  Wulfsfängâ  Wolfsfänger 
Großorheim  91522  Boggfarzâ  BockfurzerSie furzten wie Ziegenböcke.  
Guggenmühle (b. Allersberg)  90584  Sandhoosn  SandhasenDer Boden um den Ort ist sehr sandig. 
Gundelsheim b. Möhren     Presssaggfressâ  Presssackfresseraßen gerne und oft Pressack - Armeleuteessen 
Gundelsheim b. Möhren  91757  Knobbern  Knoppernharte Menschen / listige Menschen 
Gunzenhausen  91710  Pflaschdâscheißâ  PflasterscheißerGunzenhausen hatte, als Stadt gepflasterte Straßen. Musste man seine Notdurft verrichten versteckte man sich nicht selten schnell in einer Hofeinfahrt. Es kann auch der Neid der Bewohner aus dem Umland zum Ausdruck kommen, denn dort waren die Straßen meist unbefestigt. 
Gunzenhausen  91710  Schloudnscheißâ  Schlotenscheißersiehe Treuchtlingen 
Hagenau  91757  Walâgnobbern  Weilerknobberneigensinnige Leute, die in einem Weiler wohnten  
Hainsfarth  86744  Hummelwäschâ  Stierwäscher 
Hallstadt  96103  Grabfabaggâ  Krapfenbäcker 
Hammelburg  97764  Schlabbmbauern  Schlappenbauern 
Harburg  86655  Hosenlupfâ  Hasenanheber 
Harrhof (b. Allersberg)  90584  Sandhoosn  SandhasenDer Boden um den Ort ist sehr sandig. 
Haßfurt   97437  Hulzknipfl  Holzstöcke siehe Brand 
Haßfurth   97437  Hoosn  Hasen 
Heblesricht (bei Allersberg)  90584  Kazznbean-schneidâ  KatzenbärenschneiderEin Katzenbär ist ein Kater. Ein solcher wurde von den Heblesrichtern einst "geschnitten", d.h. kastriert. Vielleicht stellte man das etwas ungeschickt an. 
Hechlingen  91719  Kuramais  Kornmäuse 
Heidenheim/ Hahnenkamm    Schouflais  Schafläuse Der karge Boden rund um Heidenheim ließ nur Schafzucht zu 
Herkheim  86720  Rangarudschâ  Rankenrutscher Herkheim lieg unterhalb eines Abhangs 
Heroldingen  86655    Rankenrutscher  
Herzogenreuth  91332  Klößtiegel  Hexn 
Heuberg  91781  die Fürsichtin  Vorsichtigen 
Hilpoltstein  91161  Geißböck  Ziegenböcke  
Hilpoltstein  91161  Bflaschderseuchâ  Pflasterurinierer Leute, die auf das Pflaster urinierenneidisch abfällige Bezeichnung für Bewohner einer Stadt, in der die Straßen schon gepflastert waren. (oberpfälzischer Einfluss seuchen im Mittelfränkischen eher brunzen) 
Hochfeld  86653  Holzschleechl  Holzschlägelsiehe Daiting ! 
Hohenpölz  91332  Schdennsingâ  Sternsinger 
Hohentrüdingen  91739  Kerschlschlitzâ  Kirschenschlitzer Kerschlschlitzer nennt man die droben vom Berg überall im Hahnenkamm und im Nordries. Dank ihrer sonnigen Südhänge können die Trüdinger jedes Jahr die besten und süßesten Kirschen der ganzen Umgebung ernten. Kein Wunder, dass man sie in klingende Münze umzutauschen versucht und möglichst nicht zu knapp!Eines Tages wog ein Hohentrüdinger wieder einmal auf dem Oettinger Obstmarkt 'a Pfündle' Kirschen ab. Es wollte und wollte die Waage nicht ins Gleichgewicht kommen, und der Bauer hatte seine liebe Not! Nahm er eine Kirsche weg, senkte sich die Seite mit dem G'wichtl, tat er die Kirsche wieder drauf, war die Waagschüssel zu voll und neigte sich zu seinen Ungunsten. Was blieb dem armen Bauern anderes übrig, als die Frucht auseinander zu schlitzen?! 
Hohentrüdingen  91739  Bressaggdreschâ  Preßsackdrescher Noch eine andere Begebenheit ereignete sich anfangs der dreißiger Jahre droben in Hohentrüdingen. Als das Elektrisch noch nicht unter Putz lag, soll es vorgekommen sein, dass ein Igel schon des öfteren die Leitung an- und abgenagt und so einen Kurzschluss verursacht hatte. Als wieder einmal das Licht ausging beim schönsten Schafkopf in der Rockenstube schlichen sich einige Burschen hinaus in den Schuppen und droschen mit Prügeln auf den vermeintlichen Übeltäter ein, der noch auf dem Tisch saß. Erst am nächsten Morgen gewahrte man, dass die Tapferen einen Presssack verdroschen hatten. Presssackdrescher heißen sie seitdem auch, die von Hohentrüdingen. 
Holzingen  91781  Doochlodnscheißâ  Dachtürscheißer einer der vom Doochloden (Türe im Dachfirst über dem Stalleingang) herab seine Notdurft verrichtet.. Ein Bauer habe sein großes Geschäft aus dem Dachladen (Türe auf der Tenne über dem Stalleingang, zum Transport von Säcken etc) verrichtet, weil er es bis ins Herzhäusel nicht mehr geschafft hätte. Dabei ist er beobachtet worden. 
Holzkirchen  97292  Madlschiabâ  Mantelschieber 
Hundsdorf  91796    siehe Sprüche! 
Igelsbach  91720  Hulzkadzn  Holzkatzen à Brand 
Ingolstadt  85000  d" Schanzâ  die SchanzerZur Befestigung Ingolstadts wurden Schanzmauern gebaut, die das einfache volk mit Schaufel und Schubkarre errichten musste.  
Itzing  86653  Gänssaddla  Gänsesattlersiehe unten 
Itzing  86653  Gaitlreita  GaitlreiterGaitl GanterEinstmals führte die Ussel sehr viel Wasser, sodass sie sogar die Brücke Richtung Monheim wegschwemmte. Weit und breit gab es keinen Steg mehr, über den die Itzinger Burschen zum Maientanz nach Monheim gelangen konnten. Da entdeckte einer der Burschen Gänse, die gemächlich über das Wasser glitten. Sofort fasste er den Entschluss, eine Gans als "Reitpferd" zum Übersetzen zu benutzen. Seine Kameraden taten es ihm nach. Man erzählt sich aber, dass die Monheimer Schönen vergeblich auf ihre Tanzbuben warten mussten, denn deren Kleider hingen vorerst zum Trocknen vor dem Kachelofen.  
Kalbensteinberg  91720  Huzzlsägg  Zwetschgensäcke Huzzln sind getrocknete Zwetschgen 
Kehl  91781  Wolkenschdierâ  WolkenschieberKehl liegt hoch über Weißenburg an der Albkante - den Wolken so nahe, dass man sie mit Stangen weiterschieben konnte. 
Kemmern  96164  Guggugg  Kuckuck 
Kipfenberg  85110  Goaßhenggâ   Ziegenhenker Kipfenberg umgab eine Stadtmauer. Auf der Mauer wuchs im Laufe der zeit Gras. Da kamen die Kipfenberger auf die Idee, eine Geiß auf die Mauer zu bringen, damit sie das Gras abweiden könne. Gesagt, getan wurde die arme Ziege an ein Seil gebunden. die Schlinge lag um den Hals. die wackeren Kipfenberger zogen auch kräftig an. Bald hing dem Tier sogar die Zunge aus dem Maul. Daraus schlossen die Kipfenberger: "Schau nur wie begierig die Goaß auf das Gras ist." Als sie ihre Goaß aber auf der Mauer hinstellen wollten, mussten sie feststellen, dass sie dieselbe mit dem Strick gehenkt hatten. 
Kirchaich  97514  Moggln  Zapfenvon der Lärche 
Kirchehrenbach   91356  Baggers  Kartoffelpuffer Die Kirchehrenbacher rühmen sich, dass es bei ihnen die besten Baggers gäbe. 
Konstein  91809  Bfannafliggâ  Pfannenflicker eigentlich fahrendes Volkhier auch möglich durch Glasindustrie. Glas wurde in Pfannen geschmolzen, diese mussten ab und an repariert werden  
Kornmühle (b .Allersberg)  90584  Roumbladdn  RübenplatteDer Boden in der Gegend um die Kornmühle ist sehr lehmhaltig und deshalb gut für den Rübenanbau 
Kölburg  86653  Kölbri hindr da Kuah  Köhlberg hinter der Kuhkommt unter Umständen daher, dass man die Kölberger für etwas rückständig hielt(hinter der Kuh sein rückständig) 
Kölburg  86653  Holzkazza  Holzkatzendeutet auf den Waldreichtum der Gemeinde hinPendant: Natterholz 
Kösching  85092  Mandlfliggâ  Mantelflicker Der Mantel des Herrn Pfarrer war alt und löcherig geworden. Deshalb beschloss die Gemeinde, dem hochwürdigen Herrn einen neuen Mantel zu kaufen. Aber anstatt ihm diesen zu schenken, schnitt man Stoffteile aus dem neuen Mantel, um die Löcher des alten zu flicken zu können. 
Köttensdorf  96110  Sandhosn  Sandhasen 
Kreut  86653  Miischdkääfr  MistkäferMan erzählte sich, dass die Kreuter gerne in ihrem Dung herumwühlten. 
Kröttenbach  91743  Di Schdoodlkoodâ   Die Stadelkater Dort findet man bei jedem Gehöft mehrere Stadel. 
Kurzenaltheim    Schluderfressâ  Schluder ist geronnene, saure Milch deutet darauf hin, dass man sehr arm war. 
Lampersdorf  90584  Roumbladdn  Rübenplatte Der Boden in der Gegend um Göggelsbuch ist sehr lehmhaltig und deshalb gut für den Rübenanbau 
Langenaltheim  91799  di Schoufbrauna  Schafbraunen Die Langenaltheimer verkauften oft die Wolle ihrer Schafe auf dem Markt in Treuchtlingen. Einmal hatte ein Anbieter braune Wolle von einem dunklen Schaf dabei und erzielte einen höheren Preis, weil das ungewöhnlich war.Das veranlasste einen geschäftstüchtigen Langenaltheimer, seine Schafwolle zu färben. Leider begann es am Markttag zu regnen und der Schwindel wurde offenkundig, weil die Farbe als braune Brühe unter dem Stand davonlief. 
Langlau  91738    siehe Sprüche! 
Laub    Zwiifldreedâ  Zwiebeltreter 
Laubenzedel  91710  Schluderfressâ  Schluder ist geronnene, saure Milchin Laubenzedel stand einmal eine Molkerei 
Lauf  91207  Gaskaafer  Ziegenkäufer 
Lehmingen  86732  Sausäck  Schwartenmagen - Presssack 
Leidingsdorf    Hulzkadzzn  Holzkatzen 
Lellenfeld  91722  Mongoln  Mongolen geschlitzte Augen 
Lellenfeld    Sandhoosn  Sandhasen - Hinweis auf Sandboden 
Lentersheim  91725  Hoosnfe-iß  Hasenfüße - Einst sollen die Lentersheimer am Hesselberg einen Hasen mit einem Fuß erspäht haben. Als sie ihn einfangen wollten, verschwand das Häslein in einer Höhle. Die Lentersheimer ließen darauf hin ein Seil in die Höhle hinab. Als sie es wieder herauf zogen, in der Hoffnung, der Hase habe sich daran gefangen, hing aber nur ein Hasenfuß daran. 
Leutzdorf  91327  Frösch  Frösche 
Lichteneichen  04769  Braißnsiidâ  Preußensieder 
Lichtenfels  96215  Dümpfâ  Deichschöpfer - In Lichtenfels verläuft der Mühlbach neben dem Main. Einmal zu Kriegszeiten - wollten die Lichtenfelser ihre Pretiosen in Sicherheit bringen. Man kam auf die Idee, die Dinge im Mühlbach zu versenken. Als die Gefahr vorbei war, mussten die wertvollen Gegenstände im Mühlbach wieder gehoben werden. Dazu musste man ihn ausschöpfen. 
Liederberg  86653  E-isazwigglr  EisenzwicklerEin eisenzwickel ist ein Eisenkeil, den man zum Holzspalten verwendet. Die Liederberger haben sehr viel Wald, dort gilt es, das Holz zu spalten. 
Lohr am Main  97816  Moppâ   für geborene Lohrer  
Lohr am Main  97816  Schnüdl  für zugezogene Lohrer 
Löpsingen  86720  blinde Küah  blinde Kühe 
Löpsingen   86720   Gensdreibr  Gänsetreiber Im Ries wurden seit dem Mittelalter viele Tausende von Gänsen gezüchtet, besonders auch auf den Egerwiesen der Löpsinger.Bevor es die Eisenbahn gab, wurden Herden von vielen tausend Gänsen bis nach Hamburg getrieben, um unterwegs verkauft zu werden.Die Löpsinger sollen darin besonders tüchtig gewesen sein. 
Maihingen  86747  Graudsköbf  Krautköpfe 
Marktoffingen  86748  Parler   
Marktredwitz  95615  Ölpuper   
Marktredwitz  95615  Saubeschlochâ  Schweinebeschläger Hufe an die Füße schlagen 
Mauk  91166  Raamschleggâ  RahmschleckerIn Zeiten in denen es in den Häusern noch keine Kühlschränke gab, suchte man nach kühlen Orten, wo man leicht Verderbliches leichter aufbewahren konnte. Deshalb kamen drei Mauker Bäuerinnen auf die Idee, ihre Milch, besonders den Rahm in der Kirche abzustellen. Der Mesner aber naschte gerne an dem süßen Rahm. Einsmals hätten ihn die Bauersfrauen fast beim Schlecken erwischt. Schnell versuchte er sich zu verdrücken, nicht ohne dem Heiligen Sebastian, dessen Statue auf dem Altar stand, ein bisschen Sahne um den Mund zu schmieren und schnell durch die Sakristei das Weite zu suchen. Der Schwindel kann aber doch heraus. Seitdem stellt man keine Weidlinge mit Milch mehr ins Kirchlein. Die "Rahmschlecker" sind die Mauker aber geblieben. 
Mauren  86655  Hulzschliiechl  Holzschlegl 
Megesheim  86750  Schoofrubfâ  Schafrupfer 
Meinheim  91802  Galoppen  siehe Sprüche 
Merkendorf  91732  Graudsköbf  Krautköpfein der Gegend wurde viel Kraut angebaut 
Michelau  96247  Fresskröten   
Miltenberg  63897  Schdaddscheißâ  Stadtscheißer 
Mitteleschen-bach  91734  Hunna  Hunnen 
Mitteleschen-bach  91734  Bauchâ  Leute mit großen Bäuchen 
Möhren  91757  Beddlsäggl  Bettelsäcke für BettlerMan war sehr arm in diesem Dorf siehe Sprüche! 
Monheim  86653  Herrgoddswaschr  HerrgottswäscherVon den Monheimern erzählt man sich, dass sie sich dann, wenn es ihnen nicht so gut geht, gerne an den Herrgott oder an die liebe Frau von Wemding erinnern. Man weiß gar nicht mehr seit wann das so ist, aber immer dann brach man zu einer Wallfahrt nach Maria Brünnlein auf. Das war auch 1853 einmal so. Freilich waren damals die Straßen nicht so staubfrei, wie sie es heute sind. Die Straßen und Wege waren noch unbefestigt, und so staubte es nicht schlecht, wenn eine Gruppe von Leuten gen Wemding zog. Der Staub machte natürlich auch vor dem Vortragekreuz der Pilgergruppe nicht Halt. Schließlich war der liebe Herrgott so verstaubt, dass man sich genierte, mit einem verstaubten Heiland in Wemding einzuziehen. Da man gerade am Johannesweiher vorbeizog, entschloss man sich kurzer Hand, das Kruzifix in seinem Wasser zu säubern. Man zog das Tragekreuz so lange durch das Wasser, bis es sauber war. Das hatte natürlich auch ein Fremder gesehen. Er rief den Monheimern zu: " Ja, die Monheimer Herrgottswascher!" Natürlich wurde die Begebenheit weitererzählt und so nennt man die Monheimer bis heute die Herrgottswäscher. 
Monheim  86653  Dieschduachfressr  TischtuchfresserIn Notzeiten soll das Mahl auf dem Tisch einmal so dürftig ausgefallen sein, dass man kurzerhand auch das Tischtuch mit aufgegessen hat. 
Mönning (b. Allersberg)  90584  Schnürbfl,  Schnerpfel (Ende einer Wurst, da wo sie zusammengebunden ist, auch Anschnitt eines Brotlaibes) 
Mörnsheim   91804  Stieglitzfangâ   Stieglitzfänger - einst entwich einem Mörnsheimer sein geliebter Stieglitz. Mit großem Geschrei lief er auf die Straße. Seine Freunde wollten ihm einen Gefallen tun und beim Einfangen helfen. Deshalb schlossen sie die Markttore. Den Stieglitz freilich erwischten sie nicht mehr.Mörnsheim ist auch bekannt durch seinen Salzkuchen. Dabei handelt es sich um eine Art Semmel, die in der Mitte ein Delle eingedrückt bekommt. Dort hinein gibt man Mehl, Salz und Petersilie. Eine begehrte Leckerei! 
Möttingen  86753    Trassbarone  
Möttingen  86753  Neblfressâ  Nebelfresser 
Muhr am See  91735  Schnoogn  Schnaken = Stechmücken sumpfiges Gebiet 
Munningen  86754  Wenzlöschâ   
Mühlheim  91804  Boochscheißâ  Bachscheißer 
Nasswiesen  91757  Waalergnobbern  Weilerknobbern 
Natterholz  86653  Holzkaadr  HolzkaterDer Name deutet auf Waldreichtum in der Gemeinde hin.Pendant: Köhlburg 
Nennslingen  91790  Weiherbrunzâ  Weiher an der Anlauter - Gänsehaltungsiehe Sprüche!  
Nennslingen  91790  Gänsbaich  GänsebäucheMan hatte (an der Anlauter und in den Weihern) viele Gänse 
Neubrunn  97277  Schdoaglobfâ  Steinklopfer  
Neuenmuhr  91735  Gaasbockreitâ  Ziegenbockreiter - Schnookn siehe Altenmuhr 
Neuheim  91757  Walergnobbern  Weilerknobbern 
Neumarkt/Opf  92318  Moobiffe  Moosbüffel für viele Oberpfälzer zutreffend 
Niederhofen  91781  Schmalzkuttlâ  Schmalzspuckerwaren für ihr gutes Gänseschmalz bekannt, deshalb nannte man den Ort auch Schmolzgroub (Schmalzgrube) 
Nördlingen  86720  Loamsiadr  Leimsieder 
Nürnberg  90400  Herrgodds-schwäzzâ  Hergottsschwärzer Habt ihr das großmächtige Kruzifix schon gesehen, das zwischen den beiden Türmen der Sebalder Kirche an der Außenseite des Mittelfensters hängt?Seht es euch nur an, denn mit ihm hat es eine besondere Bewandtnis. Schwarz und düster hängt es hoch droben, und es soll doch ehedem ganz aus Silber gewesen sein und wie der helle Sonnenschein geglitzert und gegleißt haben. Die Nürnberger waren ordentlich stolz darauf, und es ist nicht zu bezweifeln, daß andere Städte sie um dieses Kunstwerk beneideten. Da kam der große Krieg ins Land, und der Rat hatte neben vielen Sorgen auch Angst um das silberne Kruzifix. Es wurde deshalb Befehl gegeben, den Heiland samt seinem Kreuz abzunehmen und mit einer dicken Rußfarbe zu beschmieren, damit die feindlichen Horden das edle Metall nicht erkennen konnten.Und so geschah's. Der Krucifixus wurde heruntergeholt, mit einem tintenschwarzen Brei überpinselt und dann wieder hinaufgezogen. Die pfiffigen Nürnberger lachten sich ins Fäustchen und waren stolz auf ihren klugen Rat. Sie standen rings um den Kirchenplatz, schmunzelten und nickten sich profitlich zu.Aber da fing einer, ein ganz Frecher und Kecker, unbändig zu lachen an. Alle bestürmten ihn und fragten, was er denn habe und warum er in diesen schlechten Zeiten so übermütig sei. Er aber deutete bloß mit dem Finger hinauf auf die Fußsohlen des schwarzen Christus und - jetzt sahen es alle: Die Fußsohlen hatte man vergessen. Sie glitzerten noch in silbrigem Schein.Wahrscheinlich hat man den Heiland daraufhin ein zweites Mal abgenommen, um ihm auch die Fußsohlen mit Farbe anzupinseln; denn heute noch hängt der Krucifixus kolkrabenschwarz an der Kirche. Doch von dem Tag an hieß man die Nürnberger spöttischer Weise die "Herrgottschwärzer"; denn der Mann, der so frech gelacht hatte, erzählte mit großem Eifer diese Schildbürgerei allüberall. Er soll nämlich aus Fürth gewesen sein. So konnte er den ungeliebten Nürnbergern eins auswischen.Quelle: Nürnberger Sagen 
Oberasbach bei Gunzenhausen  91710  Schrollenpumbsâ  siehe Dittenheim 
Obererlbach  91729  Boochscheißâ  Bachscheißer - Bach fließt durch den Ort 
Oberhaid  96173  Sandhoosn  Sandhasen 
Oberhochstatt  91781  Rangarutschâ  Rankenrutscher steil abfallendes Gelände an der Jurakante 
Oberleinleiter  91332  Säutreiber  Schweinetreiber 
Obermögers-heim  91717  Schaafrubfâ   SchafrupferMan sagt die Obermögersheimer hätten ihre Schafe nicht geschert, sondern gerupft.Jagdpacht siehe Ehingen 
Obermögers-heim  91717  Schdöck  StöckeEin Stock ist ein Baumstupf - wenn man sagt: der is su eingsinni we-i a Schduuk, meint man, auch einen wortkargen, linkischen Menschen oder einen, der so stur ist, wie ein Stück Holz. 
Oberschwaning-en  91743  Schrollnpumpsâ  siehe Dittenheim 
Oberwurmbach  91710  Schoufsfe-iß  Schafsfüße Hinweis auf Schafhaltung 
    Schrollnbumbsâ  siehe Dittenheim 
Oettingen  86732  Hungrleidr  Hungerleider 
Ornbau  91737  Krautsköpf  Hinweis auf Krautanbau 
Ostheim  91747  Gugghubfschälâ  Guglhupfschäler Ein Guglhupf ist ein Backwerk, das die Form einer Gugl = Kappe, Kapuze hat. Wahrscheinlich hatte man einmal Probleme, das Backwerk aus der Form zu bekommen. 
Ötting  86700  Schnurrbärt  Schnurrbärte 
Pappenheim  91788  Baggdrochschüzzn  Backtrogschützen Ein etwas angetrunkener Nachtwächter hat einen in der hochwasserführenden Altmühl treibenden Backtrog, der von der oberhalb gelegenen Grafenmühle weggeschwemmt worden war, als vermeintliches Wasserungeheuer "erschossen" 
Pfäffingen  72119  Kaadrscheidr  Katerschneider 
Pfofeld  91738  Lahmdredâ  Lehmtreter Hinweis auf lehmigen Boden 
Pleinfeld  91785  die Haderâ  hadern mit etwas Diesen Namen bekamen die Pleinfelder wegen ihrer vielen Prozesshändel. Ein alter Landrichter, der seine Pleinfelder gut kannte, hat oft seine Sitzungen mit dem Ausspruch begonnen: "Wie viele Hadergeschichten haben wir denn heute wieder?" 
Pleinfeld  91785  die Büttnerhannesn  Diesen Spitznamen gebrauchte das umliegende Landvolk gerne, wenn man einen Pleinfelder, der sich besonders klug wähnte, aufziehen wollte. Der Büttner Hannes war nämlich ein einfältiger dickköpfiger Mensch, der immer alles besonders klug zu machen glaubte, aber immer genau das Gegenteil erreichte.Zur damaligen Zeit hatte ein vormaliger Bürgermeister den Spitznamen "Krutziputzi", vermutlich weil er mit diesem Begriff fluchte und nicht "Kruzitürken" sagen wollte. 
Pleinfeld  91785  Sandhoosn  Sandhasensandige Gegend 
Pausdorf  96110  Rahscheißâ  Ackerrainscheißer  
Pfaffendorf   96187  Pfäffla  kleine Pfarrer 
Polsingen  91805  Ringalasschboozn  Spatzen mit einem Ring man wollte damit andeuten, dass es bei Versammlungen in Polsingen immer recht lebhaft zuging. 
Priegendorf  96148  Pfiffer  Gelberlinge (Pilz) 
Priesendorf  96170  Frösch  Frösche 
Rattelsdorf  96179  Iger   
Reckendorf  96182  Bohnaschdanga  Bohnenstangen 
Rehau  86653  Eichbrawamba  KartoffelbäucheDie Gegend um Rehau eignete sich gut für den Kartoffelanbau. Weil sie auch gerne und in großen Mengen gegessen wurden, wölbte sich vor so manchem Rehauer eine ansehnliche Wampe (feister, dicker Bauch). 
Reichertswies  86653  Holzschleechl  Holzschlägelsiehe Daiting ! 
Reimlingen  86756  Bergleschiebâ   
Rieder  86653  Kiibl  KübelMan benutzte dort keinen Nachttopf sondern einen Kübel für die nächtliche Notdurft. 
Rittern  91741  Laamtretâ  Lehmiger schwerer Boden 
Röckingen  91740  Gretzascheißâ  Gretze-Scheißerärmliche Gegend 
Rögling  86703  Schdoamazzn  Stein MatzenEine Mazz ist ein Mädchen mit dem Schalk im Nacken, zuweilen auch mit einem gehörigen Negativtouch (leichtes Mädchen).Die Gegend ist geprägt von Steinbrüchen, in denen Juragestein abgebaut wird. 
Rögling  86703  Blizzbiara  BlitzbirnenÄhnlich wie die Schildbürger hatten die Röglinger bei einem Hausbau die Fenster vergessen. Damit das dunkel im Inneren erleuchtet werde, wartete man auf Blitze vom Himmel. 
Rohrbach  91796  Buudswingl  Winkel Der kleine Ort bei Ettenstatt liegt in einem Winkel der Frankenalb. Man konnte ihn früher nur auf einer Straße erreichen, die in diesem Dorf endete. 
Roschlaub  96110  Schdaabeißâ  Steinbeißer 
Röttenbach  91187  Sandhoosn  SandhasenEinst verspottete ein Bauer aus Röttenbach seine Kollegen aus Mauk, weil die in diesem Jahr gar kleine Rüben zum Ernten hatten. Er verstieg sich sogar dazu drei Mauker Bauern ein 50 l Fass Bier zu versprechen, wenn sie im nächsten Jahr größere Rüben hätten als er. Das Wetter wollte es, dass im darauffolgenden Jahr die Mauker schöne große, die Röttenbacher dagegen eher dürftige Rüben ernten konnten. Die drei veräppelten Mauker Bauern machten sich also mit einigen besonders großen Rüben auf, um ihr Freibier einzufordern. Als sie der Röttenbacher Spötter kommen sah, nahm er Reiß aus und wollte sich im Wald verstecken, damit er das Bier nicht zahlen müsste. Die Mauker erspähten ihn aber und liefen schreiend und tobend hinterher. Das schreckte ein Häslein in einer Ackerfurche auf, dass in die gleiche Richtung wie der Feigling rannte. Da rief einer der Mauker schadenfroh: "Dou laffms, di Röimbacher Hoosn!" (Da laufen sie, die Röttenbacher Hasen.) 
Roßdorf am Berg  96187    siehe Sprüche 
Roßdorf am Forst  96129  Muddrgoddesbauâ  Muttergottesbauer 
Rudelstetten  86733  Sandhoosn  Sandhasen 
Sammenheim  91723  Sticklhupfâ  siehe Dittenheim 
Sand  97522  Wiiberla  kleine Gänse 
Sappenfeld  85132    Hexen 
Sassanfart      Bangladesch 
Schernfeld  85132  Hexn  Hexen 
Scheßlitz  96110  Windboidl  Windbeutel Leute, die gerne ein bisschen flunkern 
Schlungenhof  91710  Gänswürchâ  GänsewürgerMan tötete Gänse durch Halsumdrehen 
Schlungenhof  91710  Gänsrupfâ  GänserupferHinweis darauf, dass man sich dort viele Gänse hielt, die vor dem Verzehr oder Verkauf das Zeitliche segnen und gerupft werden mussten. 
Schmähingen  86720  Schnoagnlöschr  Schnakenlöscher  
Schmalwiesen  91781  Weileroxn  Ochsen von einem Weiler dumme Menschen aus einem Weilergebraucht von Leuten, die in größeren Ortschaften wohnten 
Schwarzach (b. Allersberg)  90584  Achdavezzgâ  48-erDort hat man 1848 Probleme mit der Obrigkeit gehabt. Man ging einfach in den Wald und stahl Holz. Dabei sei auch ein Förster einfach an einen Baum gebunden worden, damit er den Holzfrevel nicht stören konnte. 
Schweinsdorf  91616  Drachng  Drachen 
Schwörsheim  86754  Ruababuaba  Rübenbuben 
Siegritz  91332  Schupfmscheißâ  Leute in die Holzhütte scheißen 
Solnhofen  91807  di ludderischn Zipfl   Die lutherischen Zipfel (Leute)die Gemeinde ist in einen eher katholisch geprägten Umfeld überwiegend evangelisch 
Staffelstein  96231  Bass aaf  pass auf 
Steinbach Ufr   91541  Pölsterâ  Polsterer 
Stetten  91710  Schrollnbumbsâ  siehe Dittenheim 
Stirn  91785    siehe Sprüche! 
Streudorf  91710  Rabaklaur   Rabenklauer = Rabendiebe In den Wälder gab es viele Raben (Krähen) die man einfing (evtl. um sie zu verzehren). 
91346    Greizaggerâ  Kreuzackerer 
Strullendorf  96129  Hamper   
Stücht  91332  Lamagögâ  ?-Gieger - -Hähne 
Suffersheim  91781  Boochhietschn  Bachkröten - Hietschn (Kröten)am Schambach entlang sind auch heute noch die Laichplätze vieler Kröten siehe Sprüche! 
Tagmersheim  86704  Hummlziachr  StierzieherIn der Dachrinne eines Tagmersheimer Gebäudes wuchs viel Gras. Damit dieses nicht verkomme, und damit der Gemeindestier sein Vergnügen an dem fetten Gras haben sollte, zog man ihn mit einem Strick um den Hals in luftige Höhen. Er streckte alsbald auch seine Zunge heraus, was die Tagmersheimer völlig falsch interpretierten, denn das war kein Zeichen für die Lust am fressen, sondern ein ganz schreckliches. 
Thalmannsfeld  91790  Äibiersäck  Kartoffelsäcke Kartoffelbauern 
Thannhausen  91738  Sandhoosn  vergl. Pleinfeld 
Traindorf  96342  Boxkübel   
Trendl  91710  Bändali  Bändel Trendl liegt am Rieskrater. Wäre es nicht mit Bändern nach Mittelfranken gebunden, würde es ins Ries hineinfallen.siehe Sprüche 
Tretzendorf  97514  Seebrunzâ  Seeurinierer 
Treuchtlingen  91757  SchloudnscheißâoderSchloudnbombâ  SchlotenscheißerSchlotenbomber (Geräusch beim Sch...)Die Hirten, die mit ihren Herden den ganzen Tag auf den Wiesen an der Altmühl blieben, hatten ab und zu ein menschliches Bedürfnis. Dazu verschwanden sie in den "Schloten" (mannshohes Schilf mit Rohrkolben). Dazu passt folgende Bekanntmachung der Brauerei Schäff:Heute wird bekannt gemacht,dass niemand in die Altmühl macht!Morgen wird gebraut.Schäff 
Treuchtlingen  91757  Endenjächâ  Entenjäger 
Treuchtlingen  91757  Schlehafressâ  Schlehenesseram Nagelberg gibt es reichlich Schlehenhecken 
Trommetsheim  91793  Schloudnscheißâ  Schlotenscheißer siehe Treuchtlingen 
Trossenfurt  97514  Käppelesrutschâ  Kapellenrutscher 
Tütschen-gereuth  96120  Schdaabeißâ  Steinbeißer 
Unterasbach  91710  Buddenfliggâ  Buttenrichter - -zusammenflickerButten sind Holzwannen 
Unterbreitelohe  91187  Frösch  FröscheEs gab viele Weiher, in denen Frösche quakten. 
Unterbrunn  96250  Köpfer   
Unterbuch  86653  Fischkizzlr  FischekitzlerEin tierlieber Unterbucher versuchte einst einen toten Fisch dadurch zum Leben zu erwecken, dass er ihn in die Ussel hielt und ihn am Bauch kitzelte. 
Unterleinleiter  91364  Vochlfärbâ  Vogelfärber 
Unterleinleiter  91364  Vochlfängâ  Vogelfänger 
Unterleinleiter  91364  Pletschn   
Untermerzbach  96190    Klein Pariser 
Unter-schwaningen  91743  Marchgroofm  Markgrafen Dort befindet sich ein markgräfliches Schloss. Man sagt den Unterschwaningern nach, sie würden ihren Kopf höher tragen als die Leute der Umgegend.siehe Sprüche 
Unterwurmbach  91710  Schafsfüß  Schaffüße Hinweis auf Schafe 
Unterzettlitz  96231  Sandhubfâ  Sandhüpfer 
Ursheim  91805  Feinschbinnâ  Feinspinnerdoppelsinnige Bedeutung Leute, die alles ganz genau durchdenken oder solche, die nicht ganz recht im Kopf sind 
Ursheim  91805  Bäanhaidâ  Bärenhäuter jemand, der Dinge sehr genau durchdenktvielleicht hat man dort einmal einen Bären gefangen? 
Utzwingen  86747    Tornister 
Veitserlbach  91785  Schnoogng  SchnakenStechmücken - verm. feuchtes Gebiet mit vielen Stechmücken 
Viereth  96191  Maascheißâ  Mainscheißer 
Voigendorf    Russn   
Volkmannsreuth      Kuckuck 
Wagnersmühle (b. Allersberg)  90584  Sandhoosn  SandhasenDer Boden um den Ort ist sehr sandig. 
Wald  91710  Raabaklauâ  siehe Streudorf 
Walsdorf  96194  di Ludderischn  die Lutherischen 
Wallerstein  86757  Bflaschdâdreedâ  Pflastertreter  
Warching  86653  Miischdlachabandschr  MistlachenpantscherMan verdünnte die Gülle mit Wasser und rührte darin herum, um die Flüssigkeit besser auf die Felder ausbringen zu können. 
Wasser-trüdingen  91717  Russa  Russen Einst haben die Wassertrüdinger Händel mit dem Dorf Weiltingen gehabt. Einmal haben sie das Dorf sogar angegriffen und fürchterlich Prügel bezogen. Sie mussten Hasenpannier nehmen und sind, wie die Weiltinger sagten, wie die Russen wieder nach Hause gerannt. Deshalb nennt man Wassertrüdingen auch Klein Russland. 
Wattendorf  96196  Nusgnaggâ  Nussknacker 
Wechingen  86759  Bohnaschdengl  Bohnenstängel 
Weichwasserlos       siehe Sprüche 
Weidenbach  91746  Steckerlasherrn   
Weilheim  86653  Grabascheißr  GrabenscheißerDurch Weilheim führte früher ein Abwassergraben, der in den Möhrenbach mündete. Nun ja ..... 
Weiltingen  91744  Halbherra  Halbherren 
Weipelsdorf    Kraken   
Weismain  96260  Kauhölzâ   
Weißenburg  91781  Hanserköpf  WeißkrautköpfeWenn man sich von Ellingen her der Stadt Weißenburg näherte, befanden sich links von der Nürnberger Straße lauter Heimgärten, in denen die Weißenburger ihr Weißkraut anbauten. Diese leuchteten dem Ankömmling von weitem entgegen. 
Weißenstadt  95163  Bummlhängâ  StierhenkerMan wollte eine Stier auf der Stadtmauer das dort gewachsene Gras abweiden lassen. Man band ihm einen Strick um den Hals und zog ihn hinauf. Der Stier streckte zwar die Zunge heraus, konnte aber das fette Gras nicht mehr genießen. 
Wittesheim  86653  Holzschleechl  HolzschlegelDer Ort verfügt über einen großen Waldreichtum. Die damit verbundene Waldarbeit brachte den Wittesheimern ihren Necknamen. 
Wellheim  91809  KermzeinâKirmzeinâ  KorbflechterEine Kerm oder Kirm ist ein Huckelkorb. Meist wurde der aus Holzspänen geflochten 
Wemding  86650  Dosköpf  Dummköpfe 
Wemding  86650  Hegoddbaadr  HerrgottsbaderEinstens war dei einer Wallfahrt das Tragekreuz recht staubig geworden. Die Wemdinger wussten um Abhilfe, sie "badeten" das Kreuz. 
       
Westheim  91747  Knöpfelpluiâ   
Westheim  91747  Knöpf  Knöpfe Als einen Knopf bezeichnete man einen Menschen, der nicht einfach zu nehmen war.Hier meint man "handfeste" Leute, die gern "handgemein" wurden. D.h. es brauchte nicht viel, um mit ihnen Raufhändel zu bekommen. 
Westheim (am Main)  97318  Buddâscheißâ  Butterscheißer 
Wettelsheim  91757  Boochbrunzâ  Bachurinierer 
Wettelsheim  91757  Doudnsche-iber  TotenschieberEinst starb in Wettelsheim ein armer Handwerksbursch.Bevor ihm die Wettelsheimer ein Armenbegräbnis ausrichteten, das Kosten verursacht hätte, verkauften sie den Toten an die Anatomie der Universität Erlangen. (Man hat ihn "verschoben".) 
Wettstetten  85139  Besnbinda  Besenbindereinst kam der herzog von Bayern zu Besuch. Da kamen die Wettstettener auf die Idee, die Blumen, die sie ihm zu ehren zeigen wollten, auf Stöcke zu binden, damit er sie ja sehe. Der Herzog zeigte sich sehr erfreut über die schön gebundenen "Besen", die ihm entgegengehalten wurden. Schon hatten die Wettstettener ihren Necknamen. 
Wiesen  96231  Maascheißâ  Mainscheißer 
Wilhermsdorf  91452  Zichainâ  Zigeuner 
Windischhausen  91757  Boochbrunzâ  Bachurinierer à Rorach siehe Sprüche 
Windischletten  96110  Ichl  Igel 
Wittesheim  86653  Holzschleegl  Holzschlegelreicher Wald in der Gemeindeflur 
Wolfersgrün  96346  Gaasschwärzâ  Ziegenschwärzer 
Wörnitzostheim  86733  Wenzgöggl   
Würzburg  97000  Meebrunzer  urinieren in den Main 
Wurzenbach    Mondschbritzâ  Mondspritzer 
Wüstenwelsberg  96190  Wüstenmäus   
Zapfendorf  96199  Maascheißâ  Mainscheißer 
Zeil  97475  Staahebâ  Steinheber 

In dieser Aufzeichnung geht es nicht darum, den Bewohnern eines der aufgezeichneten Orte Übles zu wollen. Der Sinn ist vielmehr darin zu sehen, unseren Nachkommen auch diese Facette des Zusammenlebens zu bewahren, weil auch das nur all zu schnell in Vergessenheit geraten wird.

Sollte ein geneigter Leser selbst von Necknamen wissen, die hier nicht aufgezeichnet sind, bitte ich um Nachricht.

So kann man mich erreichen:
Dieter Rieß
Geislohe 52, 91788 Pappenheim
Fon: 09149-242
Fax: 09149-908640
Mail: dieterjriess@gmx.de

Stand Dienstag, 3. März 2009